Digitale Patientenakten: McKinsey sieht 80 Milliarden Euro Potenzial

07. Oktober 2026 Vincent Digitale Patientenakte KI im Gesundheitswesen McKinsey Studie

Die elektronische Patientenakte (ePA) gilt als eines der größten ungenutzten Potenziale im Gesundheitswesen. Laut einer aktuellen Studie von McKinsey könnte digitale Technologie und KI das Potenzial von bis zu 80 Milliarden Euro pro Jahr entfalten. Die ePA könnte dabei eine zentrale Rolle spielen, indem sie den Zugang zu medizinischen Daten verbessert, die Koordination zwischen Ärzten und Patienten optimiert und die Effizienz von Gesundheitsdienstleistungen steigert. Der Fokus liegt dabei auf der Integration von KI-Systemen, die Daten analysieren und Entscheidungen unterstützen können, ohne den menschlichen Arzt zu ersetzen. Die Studie unterstreicht, dass digitale Lösungen in der Medizin nicht nur die Qualität der Versorgung erhöhen, sondern auch Kosten sparen und die Patientenbeteiligung stärken können.

Ein weiteres Beispiel für die Anwendung von KI im Gesundheitswesen ist der US-Bundesstaat Utah, der erstmals eine KI-App zur Verschreibung von Medikamenten gegen Akne genehmigt hat. Die App wird zunächst unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt, was die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit der KI-Entscheidungen unterstreicht. Dieses Pilotprojekt zeigt, wie KI-Systeme in der Praxis eingesetzt werden können, um die Effizienz der Versorgung zu steigern und gleichzeitig die menschliche Kompetenz nicht zu ersetzen. Die KI wird hier als Unterstützung für die medizinische Praxis verstanden, nicht als Ersatz.

In der digitalen Transformation der Gesundheitsbranche spielen auch Infrastruktur- und Sicherheitsaspekte eine entscheidende Rolle. T-Mobile US hat sich beispielsweise von Elon Musks Starlink distanziert, nachdem SpaceX ein eigenes Mobilfunknetz aufbaut. Die Bedrohung durch etablierte Anbieter unterstreicht, wie wichtig es ist, eine sichere und zuverlässige digitale Infrastruktur zu haben, die den Anforderungen der modernen Medizin gerecht wird. Die Verbindung von KI und sicheren, selbsthosteten Systemen ist hierbei entscheidend, um Datenverlust, Missbrauch und Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

Ein weiteres Beispiel für die Integration von KI in den Arbeitsprozess ist die Einführung von KI-Interviewern im Bewerbungsprozess. Hackerrank hat einen KI-Interviewer namens Chakra eingeführt, der Entwickler in Vorstellungsgesprächen bewertet und analysiert, wie Bewerber zu Lösungen kommen. Dieses Projekt zeigt, wie KI-Systeme in der Praxis eingesetzt werden können, um die Effizienz von Rekrutierungsprozessen zu steigern und gleichzeitig die menschliche Kompetenz nicht zu bedrohen. Die KI wird hier als ein Werkzeug zur Unterstützung des menschlichen Entscheidungsprozesses verstanden, nicht als Ersatz.

Die digitale Transformation im Gesundheitswesen erfordert daher nicht nur innovative Technologien, sondern auch eine kluge Integration, die Sicherheit, Effizienz und menschliche Kompetenz in Einklang bringt.

Quellen (2)

  1. www.heise.de
  2. www.golem.de