Cyber Resilience Act: Was Unternehmen bei Open-Source-Software beachten müssen

24. Juli 2026 Vincent Cyber Resilience Act Open-Source-Software Cybersicherheit CRA

Der Cyber Resilience Act (CRA) ist ein neues EU-Gesetz, das ab 2025 gelten wird und Unternehmen dazu verpflichtet, die Cybersicherheit ihrer digitalen Produkte zu gewährleisten. Das betrifft auch die Nutzung von Open-Source-Software – also kostenloser Software, deren Quellcode öffentlich einsehbar und veränderbar ist. Doch was bedeutet das konkret für Firmen, die solche Programme einsetzen?

Was ist Open-Source-Software?

Open-Source-Software (OSS) ist Software, deren Code frei verfügbar ist und von der Community weiterentwickelt wird. Beispiele sind das Betriebssystem Linux, der Browser Firefox oder das E-Mail-Programm Thunderbird. Viele Unternehmen nutzen OSS, weil sie oft kostengünstig, flexibel und gut unterstützt ist. Allerdings birgt sie auch Risiken: Da der Code öffentlich ist, können Schwachstellen schneller entdeckt – aber auch ausgenutzt werden.

Die Pflichten unter dem CRA

Der CRA verlangt von Herstellern und Nutzern digitaler Produkte, dass sie Sicherheitsrisiken minimieren und Schwachstellen aktiv managen. Für Unternehmen, die Open-Source-Software einsetzen, bedeutet das:

  1. Risikobewertung: Sie müssen prüfen, welche Open-Source-Komponenten in ihren Produkten oder Systemen verwendet werden und welche Sicherheitsrisiken damit verbunden sind.
  2. Schwachstellenmanagement: Unternehmen sind verpflichtet, bekannte Schwachstellen zu beobachten und schnell zu beheben. Das gilt auch für Open-Source-Bibliotheken, die in eigenen Anwendungen integriert sind.
  3. Dokumentation: Es muss nachvollziehbar sein, welche Open-Source-Software genutzt wird und wie mit Sicherheitslücken umgegangen wird.
  4. Meldung von Vorfällen: Bei schweren Sicherheitsvorfällen müssen diese an die zuständigen Behörden gemeldet werden.

Warum ist das wichtig?

Cyberangriffe werden immer raffinierter. Ein aktuelles Beispiel: Durch manipulierte Links in ChatGPT konnten Angreifer autonome KI-Agenten mit gestohlenen Zugriffsrechten in Firmennetzwerken installieren. Solche Vorfälle zeigen, wie wichtig es ist, alle Software-Komponenten – auch Open-Source-Programme – im Blick zu behalten. Der CRA soll hier für mehr Transparenz und Sicherheit sorgen.

Was bedeutet das konkret für Ihr Unternehmen?

Für Sie als Unternehmer oder Mitarbeiter bedeutet das: Sie müssen künftig genauer prüfen, welche Open-Source-Software in Ihrer IT-Infrastruktur, Ihren Produkten oder Dienstleistungen verwendet wird. Das betrifft nicht nur selbst entwickelte Anwendungen, sondern auch Standardprogramme wie E-Mail-Clients oder CRM-Systeme. Erstellen Sie eine Übersicht aller genutzten Open-Source-Komponenten und legen Sie fest, wie Sie mit Sicherheitsupdates umgehen. So vermeiden Sie nicht nur Bußgelder, sondern schützen auch Ihre Daten und die Ihrer Kunden.

Aktuelle Entwicklungen bei Open-Source-Software

Ein positives Beispiel für die Weiterentwicklung von Open-Source-Software ist der E-Mail-Client Thunderbird. Die neue Version 153 „Meadow“ bietet erstmals native Unterstützung für Microsoft Exchange – eine Funktion, die bisher nur in kostenpflichtigen Programmen verfügbar war. Das zeigt, wie Open-Source-Software immer leistungsfähiger wird und Unternehmen flexible Alternativen bietet.

Was das für Nutzer bedeutet

Die Groupware-Funktionen von xynap umfassen unter anderem E-Mail (IMAP/SMTP) und Kalender (CalDAV). Wenn Sie Open-Source-Komponenten in Ihrer Instanz nutzen, müssen Sie diese unter dem CRA ebenfalls in Ihre Risikobewertung einbeziehen. Achten Sie darauf, dass alle genutzten Module regelmäßig auf Sicherheitsupdates geprüft und aktualisiert werden.


Quellen (4)

  1. activemind.de
  2. the-decoder.de
  3. heise.de
  4. t3n.de

Quellen (4)

  1. www.activemind.de
  2. the-decoder.de
  3. www.heise.de
  4. t3n.de